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Beitrag  Talya am Fr Mai 14, 2010 4:25 pm

Hier könnt ihr eure Kurzgeschichten präsentieren und kritisieren lassen ^^
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Hau ab, du bist hilflos...

Beitrag  Talya am Fr Mai 14, 2010 4:27 pm

^^
Ich brauche Kritik ^^

Der Regen tröpfelt leise in meinen Nacken. Es ist kalter, grausamer Regen. Fröstelnd ziehe ich meine Jacke enger um mich. Eigentlich ist sie viel zu schön für diese Gegend der Stadt. Mit geducktem Kopf biege ich in eine kleinere Straße ein. Der Regen ist schlecht geworden, hier, zwischen den grauen Blöcken mit trüben Fenstern, hier, im Irrenhaus der Welt. Hau ab…
Die Hände in meinen Hosentaschen ballen sich zu Fäusten, fangen an zu frieren. Die Pfützen auf den Straßen schimmern in allen Regenbogenfarben…vom Öl toter Autos. An den Wänden der Häuser kleben farblose Graffiti, machen ihre Gesichter nur noch hässlicher und widerwärtiger. Auf dem Boden liegt eine Spritze. Hau ab….
Aus den Fenstern der Gebäude starren mich wütende Augen an, sie versuchen mich mit ihren Blicken zu scheiden, mich hilflos zu machen. Du bist hilflos….
Der Regen wird stärker…und schlechter. Mehr und mehr Regentropfen verirren sich auf mein Gesicht. Ich ziehe die Kapuze tiefer. Die Tropfen perlen von ihr ab, wie Gummibälle springen sie wieder in die Luft…in die sterbende Luft. Hau ab…
Plötzlich vernehme ich ein Heulen…das Heulen einer Sirene. Zu Tode erschrocken bleibe ich stehen und drücke mich an eine Wand. Mein Herz schlägt schneller als zuvor, mein Atem ist flacher. Panisch taste ich mich an der Mauer entlang. Meine aufgerissenen Augen starren zur Einfahrt in die Hauptstraße und erblicken das nahende Licht von Scheinwerfern. Auf einmal greifen meine Finger ins Leere. Hektisch stolpere ich in die kleine Seitengasse, die wahrscheinlich zugleich eine Sackgasse ist.
Du bist hilflos…
Die Reifen rollen näher, biegen von der Hauptstraße ab. Licht fällt auf die besudelte Mauer mir gegenüber. Die Sirene wird zu einem unerträglichen Ton, der alle anderen Geräusche verschluckt...und sie zerquetscht wie lästige Fliegen. Mein Herz hat inzwischen sein Tempo verdoppelt, mein Atem ist nicht mehr zu hören. Langsam fährt das Polizeiauto vorbei. Mein Herz bleibt stehen. Noch zwei Minuten presse ich mich an die grobe Mauer. Hau ab…
Zögernd löse ich mich aus meiner verkrampften Haltung und trete wieder in das bleich Licht flackernder Straßenlaternen. Reflexartig blicke ich zu den Fenstern hinauf. Die Augen, sie sind zurückgekehrt. Widerwillig setze ich mich in Bewegung. An der Straße biege ich rechts ab. Und da steht ER, das Gesicht unter einer großen schwarzen Kapuze versteckt.
Verdammt nochmal, jetzt hau doch endlich ab!
Mein Herz droht abermals zu zerspringen, als er auf mich zugeht. Die Augen aus den Fenstern verbrennen mich…frieren mich ein…
Du bist hilflos…
Geschmeidig bleibt er vor mir stehen. Die Kapuze ist ein Stück zurück gerutscht und gibt ein blasses Gesicht zu erkennen. Seine Augen sind leer. Jetzt sind es nicht mehr die Augen aus den Fenstern, die mich durchbohren wollen…seine sind viel schlimmer. Langsam greife ich in meine Jackentasche und hole es hervor. Das kleine Plastiksäckchen spiegelt das fahle Licht einer weit entfernten Straßenlaterne. Er nimmt es sich mit einer Sicherheit aus meiner Hand, die mich frösteln lässt, und prüft den Inhalt. „Gut, er bekommt das Geld“, sagt er mit fester Stimme. Dann dreht er sich um und rennt.
Ich war hilflos
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Re: Kurzgeschichten

Beitrag  greenpearl am Di Mai 18, 2010 5:35 pm

was soll man bei dieser kurzgeschichte kritisieren, wenn du dafür einen 10er gekriegt hast^^... sie ist perfekt^^
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Re: Kurzgeschichten

Beitrag  greenpearl am Di Mai 18, 2010 5:43 pm

Das ist meine Kurzgeschichte:

Ich spaziere über die Schutthaufen von ehemaligen Häusern. Alles ist dunkel und düster wie mein Herz auch. „Wieso zerstören die alles und nehmen uns alles, was uns lieb ist, weg?“ ,schluchze ich. Eine dünne Staubschicht liegt über allem wie ein Totenschleier. Meine dünnen Beine sind müde. Ich bin schon so lange gelaufen... mein Blick wandert auf den Boden. Bretter liegen wahllos über die ganze Straße verteilt. Die Menschen, die dort stehen, haben alle verängstigte Gesichter. Viele von ihnen weinen vor Trümmern, die irgendwann einmal ihr Heim gewesen sein mussten „Wir alle haben so vieles verloren, aber sind wir nicht auch selbst schuld? Wollten wir nicht Macht und Krieg?, frage ich mich mit einem Schaudern. Die Luft ist dick und bedrückend, als ob sie uns in unserem eigenen Elend ersticken wolle. „Ja jetzt haben wir den totalen Krieg. Jetzt sind wir aufgetaucht aus der Scheinwelt, dass Deutschland siegen und Weltmacht wird. Jetzt haben wir begriffen, was Krieg wirklich bedeutet und zwar Leid, Tod und Hoffnungslosigkeit“, denke ich während ich in den Himmel blicke. Die Sonne wird von einer Staubwolke verdeckt, so als ob sie die Sonne vor diesem Leid verschonen wolle. Vor einigen Wochen war „nur“ Krieg, unsere Stadt wurde noch nicht angegriffen. Ich wohnte mit meinen Eltern... Bei diesem Gedanke kann ich mich nicht mehr halten, die Tränen strömen über mein Gesicht wie ein reißender Bach. Ich biege in eine Seitenstraße ein, wenn man das überhaupt noch Straße nennen kann. Hier bietet sich mir nicht das gleiche Bild wie ich mittlerweile gewohnt bin, sondern es ist noch viel schlimmer. Nichts steht mehr gerade, alles liegt in Schutt und Asche. „Ja dieses Stück Land ist wahrhaftig dem Erdboden gleich gemacht“ ,denke ich immer noch weinend. Wo früher einmal ein Haus gestanden haben muss, liegt jetzt an dessen Stelle ein riesiger Krater, der der Ursprung der Verwüstung sein muss. Glasscherben verteilen sich über die ganze Straße. Ich schaue mich weiter um. Die Tränen sind immer noch nicht versiegt. Aber sie waschen mir den Dreck der letzten Tage von meinem Gesicht. Ich muss husten, der Staub reizt meinen Rachen. Menschen gibt es nicht mehr in dieser trostlosen Gegend, nicht einmal ein Vogel kreist über diesem Verderben. „Über dieses Stück Land herrscht der Tod selbst“ ,wird mir mit einer schrecklichen Übelkeit bewusst, als ich am Straßenrand zwei Leichen sehe. Ihre Augen sind weit geöffnet, starr blicken sie in den Himmel. Ihre Körper sind mit Blut beschmiert. Aber was am schrecklichsten ist, ist, dass man in ihren Gesichtern sieht, dass sie wussten, dass ihr Tod naht. Dieses grauenvolle Bild lässt mich ohne dass ich es will an den Abend zurück blicken, der mein Leben sinnlos machte. Ich war vor dem Haus, als die unheilbringende Sirene ertönte. Ich rannte sofort zum nächsten Luftschutzkeller, wie es meine Eltern mir erklärt hatten. Doch meine Eltern kamen nicht... Mit einer Angst, die ich noch nie in meinem Leben fühlte, saß ich im Bunker … allein. Ich hoffte, sie würden in jeder Sekunde herein Stürmen. Doch nichts dergleichen geschah, während draußen das Donnern und Explodieren der Bomben unablässig weiter ging. Ich wurde immer unruhiger und zuckte bei jedem Geräusch zusammen. Alle im Bunker bangten um ihr Leben und zitterten wie Espenlaub. Die Angst wuchs und wuchs, wie auch die Spannung im Raum. Nach einem heftigen Krachen war es still. Als mir dann klar wurde, dass meine Eltern es nicht mehr geschafft haben mussten in den Luftschutzkeller zu gelangen, brach meine Welt zusammen. Sie sind wahrscheinlich unter den Trümmern unseres Hauses begraben. Seither schlendere ich trostlos umher und schaue mir das Grauen, das mich umgibt, an. „Ich hab alles verloren, meine Eltern, mein Zuhause, einfach alles. Ich... ich will auch sterben. Was lohnt es sich, hier im Krieg zu leben, der einer eisigen Hölle gleicht“ ,flüstere ich in die Grabesstille hinein. Mein magerer Körper zittert und meine rotgeweinten Augen weinen wieder. Nach einer Weile stolpere ich blind vor Trauer und Verzweiflung über die Trümmer. Ich begegne Menschen, die nur ein Bein oder einen Arm haben. Alle sehnen sich nach Frieden, doch wann ist das, wenn wir alle tot sind? Ich setze mich auf den Boden und versuche mich an früher zu erinnern, als es keinen Krieg gab und als alles noch so wunderschön war...
„Auf dieser Erde gibt es keine Hoffnung mehr“ ,will ich nach einer Weile sagen, als ich plötzlich ganz leise eine Stimme höre, die meinen Namen ruft... Ich schaue die Person an und weiß, es gibt doch Hoffnung, so lange man daran glaubt. Meine wieder tränengefüllte Augen blicken hoffnungsvoll in ein schmutziges und Blut verschmiertes Gesicht, das mir aber sehr bekannt ist...

Hoffe ihr habt meine Geschichte überlebt^^
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Re: Kurzgeschichten

Beitrag  Talya am So Aug 15, 2010 1:39 pm

... sehr gut geschrieben ... awesome... eine frage, welche note hattest du denn da bekommen? ^^
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Re: Kurzgeschichten

Beitrag  Talya am Sa Aug 28, 2010 7:01 pm

sooo, mal eine ganz hirnrissige Kurzgeschichte von mir ^^
hirnrissige kommentare sind erlaubt ^^

Er versteckt sich. Er versteckt sich besser und effizienter als je zuvor. Niemand ist auch nur annähernd in der Lage ihn zu bemerken oder gar bewusst aufzuspüren. Er ist unsichtbar, im wahrsten Sinne des Wortes. Vor seinem Gesicht baumelt ein dünner Strick... das macht ihn nervös... nervöser als er sich eigentlich erlauben dürfte. Die kleine metallene Kugel, die am Ende leicht hin und herschwingt, zieht Kreise.. beunruhigende Kreise... böse Kreise. Er hält die Luft an und blickt hektisch an dem schwingendem Seil empor. Er reißt die Augen auf und kneift sie sogleich unter Schmerzen wieder zusammen. Licht... es schmerzt... Verwundert blinzelt er und schaut abermals nach oben. Diesmal ist es nicht so grell wie zuvor, doch noch immer kann er in diesem hellen Schein nichts ausmachen. Er betrachtet wieder die baumelde Kugel... die Kreise sind mittlerweile noch beunruhigender und böser geworden. Er ist allein in seinem Versteck. Das Schwingen der Kugel wirkt hypnotiesierend... einschläfernd... doch seine Angst ist zu groß, als dass sie ihn auch nur dösen ließe. Die Kugel zieht ihn jetzt magisch an. Er schafft es nicht mehr seinen Blick von ihr zu wenden... seine Augen bewegen sich in ihrem Rythmus... sein Kopf denkt im stetigen Hin und Her. Langsam hebt er seine Hand und berührt vorsichtig die eiserne Kugel... sie ist kalt... leblos und böse. Seine Augen weiten sich und seine Lippen formen fremde Wörter. Blitzschnell schließt sich seine ganze Hand um die Kugel... und plötzlich ist es dunkel... es ist dunkler und kälter als je zuvor... Ein lautes, ängstliches Schnauben entkommt seinen Lippen und er lässt die Kugel los. Zitternd drückt er sich an die raue Wand hinter ihm. Er schließt die Augen. Es scheint ihm als wäre es merklich kälter geworden... nein, nicht nur merklich kälter, sondern eiskalt. In seinem geistigen Auge sieht er dünnen Nebel aus seinem Mund strömen. Fröstelnd schlingt er seine Arme um seinen Körper um sich zu wärmen. Seine warmen Finger klammern sich an dem Stoff seines Gewandes fest... es scheint fast so als würden sie niewieder loslassen wollen. Ein Schwall von Einsamkeit übermannt ihn... vielleicht ist es doch nicht so gut sich hier zu verstecken... Vielleicht sollte er sich ergeben? NEIN, das darf er nicht machen, alles würde verloren sein! Langsam lässt er sich zu Boden sinken. Die Wand hinter ihm reißt an seinen Kleidern und an seinen Haaren. Kraftlos sackt er in sich zusammen. Sein Kopf sinkt nach vorne... und berührt plötzlich etwas Hartes. Mit dieser Berührung kehren seine Sinne zurück. Er atmet die feuchte Luft tief ein. Er öffnet die Augen und seine Hände schießen in die Richtung, in der er ES vermutet. Fast im selben Moment erreichen sie es auch und er gibt den Befehl ES zu umfassen. Mit wilder Entschlossenheit rüttelt er es hin und her. Er fletscht die Zähne und ein drohendes Knurren entkommt seinen Lippen. Ein glänzendes Funkeln erstürmt seine Augen, das normalerweise Gegner vor Erstaunen sofort erstarren lässt. Doch ES, das böse ES, bleibt stur... vielleicht auch, weil es seine Augen nicht sehen kann.... Doch er will den Gedanken behalten, dass ES stärker als herkömmliche Gegner ist. Plötzlich öffnet sich auf der anderen Seite seines Versteckes ein goldenes Tor. Licht flutet den dunklen Bunker und er muss die Augen zusammenkneifen, um nicht vor Schmerzen aufzuheulen. In dem unwahrscheinlich hellen Licht macht er eine dunkle Gestalt aus. Sie baut sich wütend vor ihm auf. "MADDIN!! Was machst du da?? Lass verdammtnochmal die Lampe los und schalt das Licht wieder ein!" Die Stimme hallt in seinen Ohren. "Ähmmm... ja, Mami...."
...
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